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Aesthetica – Ausgabe 110 Kalchie

Aesthetica – Ausgabe 110 Kalchie

„Kalchie“ ist ihr Künstlername, in den sie heimlich ihre biografischen Daten eingefügt hat. Geboren wurde sie als Gisela Klara Schiel 1937 in Koblenz. Schon als Kind war sie fasziniert von expressiven Kunstformen wie Theater, Tanz und Malerei.

Auf den ersten Blick könnte man ihren Malstil als abstrakt bezeichnen. Doch die Abstraktion ist nur ihr Ausgangspunkt. Kalchies Farbenpracht speist sich aus dem Licht der Sonne. Sie verwendet keine künstlichen Farben, sondern nur natürliche Farben. Blau und Grün, die Farben des Himmels, der Meere und der Pflanzen, sind ihre bevorzugten Töne. Die blaue Blume der Romantik lässt grüßen.

Figurative Elemente, Collagen und Montagen geben vielen ihrer Bilder einen übernatürlichen Kontext und eine magische Aura. So beschreibt die Künstlerin ihren Schaffensprozess: „Wenn ich male, bewege ich mich in einer anderen Welt. Ich tauche ein in das unergründliche Meer der Farben, ich werde selbst zum Farbstrom, ich ergieße mich, ich fließe weg, ich fließe aus, ich lasse mich treiben, treibe weg in andere Dimensionen unseres irdischen Daseins.“

Konkrete Menschen kommen in ihren Bildern selten vor. Aber es gibt eine bemerkenswerte Ausnahme, die uns tief in Kalchies Weltinnere blicken lässt. Auf einem großformatigen Gemälde ist oben eine Pieta, ein Marienbild, zu sehen, das mit dem Porträt ihres künstlerischen Idols unten rechts korrespondiert. Es zeigt Antoni Gaudi, den genialen Schöpfer der Sagrada Familia, der Kathedrale der Heiligen Familie in Barcelona. „Mit Maria“, bekennt die Künstlerin, „fühle ich mich auf besondere Weise verbunden. So wie die jungfräuliche Königin des Himmels, inspiriert vom Heiligen Geist, ihr göttliches Kind selbst ins Leben rief, so schaffe ich meine Kunstwerke aus eigenem Antrieb, gedrängt und gelenkt von meinem Schöpfergott. Antoni Gaudi ist für mich ein fast mystisches Vorbild. Er verbindet Frömmigkeit mit einem schier unerschöpflichen Vorrat an Phantasie, an Magie und Zauberei.“

Kalchies künstlerische Arbeit weitet sich ins Visionäre aus. Sie sieht ihre Malerei als einen Dialog mit dem gesamten Kosmos. Sie erkennt nur einen Meister als oberste Autorität und Führer an: keinen anderen als Gott selbst. Wenn sie den Pinsel in die Hand nimmt, lenkt Gott ihre Hände. Die Farben werden lebendig, sie kommunizieren miteinander, sie fließen zusammen, sie vereinigen sich und gipfeln schließlich in einem Kunstwerk, das von göttlicher Energie und Magie durchdrungen ist.

Die Künstlerin lässt sich von ihrer Phantasie, ihren Visionen und ihren Erscheinungen weit über die alltägliche Realität hinaus tragen. Ein Mund formt sich plötzlich zu einem Kuss, ein Symbol der Liebe, eine Erinnerung an ihren jung verstorbenen Mann. Menschen wachsen Flügel wie Schwalben und erheben sich in den Himmel. Gläser verwandeln sich in Kelche und symbolisieren, wie der Heilige Gral, das ewige Leben. Hände erheben sich zum Gebet und blaue Flammen entspringen ihren Fingerspitzen. Rosen, Lilien und Lotosblumen öffnen sich und bringen Symbole des Paradieses hervor.

Kalchie verzichtet bewusst auf Rahmen für ihre Bilder, wohl wissend, dass ihre Kunst in keinen Rahmen passt. Sie ist offen für unterschiedliche Interpretationen und Herangehensweisen. In der aktuellen Kunstszene, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit, ist sie eine Ausnahmeerscheinung. Sie gehört keiner Schule, keiner Mode, keiner Richtung an. Sie ist, so lächelt sie selbst, „eine eigene Pflanze, deren Wurzeln im Bodenlosen wuchern“. Vielleicht werden erst künftige Generationen in der Lage sein, die Bedeutung ihres geheimnisvollen Oeuvres zu erfassen.

Pashmin Art hat eine Reihe von internationalen Werbemaßnahmen für Kalchie durchgeführt. Ihre Werke sind jetzt in einer Ausstellung im Hong Art Museum (Chongqing) zu sehen. Für 2023 sind zwei große Projekte in China geplant: Archive Art Museum (Beijing) und Beijing Art Fair. Weitere Museums Projekte stehen in den Jahren 2023 und 2024 an.

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